Ymer Shakiri (1955–2021) war ein kosovarischer Künstler und Grafiker, dessen Werk eine unverwechselbare Verbindung aus biografischer Erinnerung, materieller Intensität und abstrakter Formensprache bildet. Aufgewachsen in ärmsten Verhältnissen im Kosovo und ausgebildet an den Kunstakademien in Pristina und Belgrad, entwickelte er eine künstlerische Handschrift, die tief in persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Realitäten verwurzelt ist.
Seine Arbeiten entstehen aus Materialien, die Spuren des gelebten Lebens tragen: verwittertes Holz, rostige Nägel, Drähte, Blechfragmente oder gebrauchte Werkzeuge. Diese Fundstücke transformiert Shakiri zu kraftvollen Bild- und Objektkompositionen, in denen Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschmelzen. Erinnerungen an seine Heimat, an Armut, Brüche und politische Umbrüche bilden den emotionalen Kern seines Schaffens.
Shakiris Werke zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Sensitivität aus: Sie sind abstrakt und zugleich nahbar, rau und dennoch poetisch. In präzisen Linien, vielschichtigen Oberflächen und dichten Strukturen offenbart sich eine Welt, die von Verletzlichkeit, Widerstandskraft und menschlicher Würde erzählt.
Seine künstlerische Individualität wurde international geschätzt — zahlreiche Biennalen und Triennalen würdigten sein Werk. Heute wird sein Œuvre in renommierten Galerien weitergeführt, darunter die Raumgalerie Stuttgart und die Villa Haiss, die bedeutende Arbeiten des Künstlers präsentieren.
Ymer Shakiri hinterlässt ein Werk, das weit über seine Lebenszeit hinaus wirkt: authentisch, intensiv und zutiefst menschlich.